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Know-How für Verlage

Know-How für Verlage

Rupert auf der 5. IT-Konferenz der Akademie der Deutschen Medien

Die interne IT werde in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, prognostizierte vor einigen Jahren Nick Carr mit seiner Aussage “IT does not matter”. Seine Begründung: Informationstechnologie werde Standard und eine ähnliche Bedeutung erlangen wie Strom aus der Steckdose. Man muss sagen: Da hat sich der US-amerikanische Autor ganz schön geirrt. Denn das Gegenteil ist der Fall: Die Bedeutung der IT wächst. Mehr noch: Sie wird immer mehr zum Rückgrat der Unternehmensorganisationen: Sie macht Abläufe transparent, ist der Schlüssel zu Big Data und schafft die Basis für neue, digitale Produkte. Das dämmert Industrieunternehmen – und langsam auch Verlagen. Wie diese von einem strukturierten Innovations- und Technologiemanagement profitieren können und wie IT-Landschaften gestaltet sein müssen, um die hierfür notwendige Innovationsdynamik frei zu setzen, digitale Produkte auf den Markt zu bringen und neue Geschäftsmodelle zu launchen, wurde auf der 5. IT-Konferenz der Akademie der Deutschen Medien am 27. Juni in Berlin beleuchtet. In seinem Vortrag: „Innovativ, disruptiv, adaptiv: Innovationsmanagement für Verlags- und Medienhäuser – Know-how, Skills und Tools“, gab Rupert Anregungen dazu wie IT-Strukturen in Unternehmen optimiert werden können. Neben Chatbots, Künstlicher Intelligenz und Voice Interfaces lag ein Schwerpunkt seines Vortrags auf der Nutzung bimodaler IT, eine sichere und stabile IT auf der einen Seite sowie eine agile, flexible und innovationsgetriebene IT auf der anderen Seite. Zu weiteren hochkarätigen Speakern der Veranstaltung zählten u.a. Boris Prondzinski, COO, Otto Group, Dr. Rüdiger Hein, Bereichsleiter IT Operations, Axel Springer und Diana Timm, Global IT Director, Peter Lang.

Robert Jacobi in der Horizont: Das kollektive Zögern der Verlage

Robert Jacobi in der Horizont: Das kollektive Zögern der Verlage

Ein klassisches Nunatak-Thema, das weiter an Relevanz gewinnt: die halbherzige Datenstrategie deutscher Verlage. In der Horizont analysiert Nunatak-Gründer und -Geschäftsführer Robert Jacobi typische Fehler und falsche Annahmen, die Zeitschriften- und Zeitungshäuser an einer erfolgreichen Datenstrategie hindern. Hier im Blog die wichtigsten Aussagen:

  1. Verlage besitzen keine relevanten Daten

Falsch. Seit Jahrzehnten wachsen die Datenbanken mit Abonnenten und Online-Logins. Nur richtig gepflegt und genutzt werden sie nicht – im Gegensatz zu Advertising-Anbietern, die das Verhalten der Nutzer genau tracken, um gezielt Anzeigen auszuliefern.

  1. Daten auszuwerten und zu aggregieren ist rechtswidrig

Der Datenschutz in Deutschland ist streng, lässt aber mehr zu, als die meisten Unternehmen bisher tun. Hier sind Juristen gefragt, eine einheitliche Lösung zu finden, die den gesetzlichen Rahmen nutzt, ohne in Grauzonen zu geraten. Erst recht, wenn im kommenden Jahr die neue Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union das Thema noch verstärkt kontrollieren wird.

  1. Wer Daten nutzt, handelt gegen die Interessen seiner Nutzer

Vor allem strukturkonservative Redaktionen denken so. Doch wer seine Leser in der digitalen Inhalte-Flut an sich binden möchte, muss personalisierte Angebote bereitstellen oder sie von Drittplattformen zurückholen.

  1. Die erforderlichen Investitionen sind zu groß

Ebenfalls nicht richtig. Eine moderne Datenverwaltung mit passenden Algorithmen gibt es zu überschaubaren Preisen und sozusagen „von der Stange“. Der Unterhalt kostet definitiv weniger als der eines Sendeturms oder einer Druckereimaschine. Doch das Problem liegt woanders: Der technische Sachverstand in Medienhäusern ist oftmals überholt, in IT-Abteilungen isoliert und nicht Kern der Geschäftsprozesse.

  1. Google, Amazon, Facebook und Apple sind Feinde

Medienmanager sind häufig von Ehrfurcht, Polemik und Aggressionen geprägt, wenn es um die US-Giganten geht. Fachleute in den Units, die für die digitale Vermarktung verantwortlich sind, leiden darunter. Natürlich wollen auch sie nicht freiwillig Dritte an exklusiven Inhalten mitverdienen lassen, aber clever eingesetzt haben digitale Vermarktungsstrategien ein enormes Potential. So sollten Medienmanager vielmehr die modernen Vermarktungswege in ihre Digital-Strategie integrieren und beispielsweise Facebook als idealen Akquise-Kanal für digitale Abos oder als Reichweitenquelle zur Monetarisierung von Sponsored-Content-Formaten nutzen.

  1. Wir schaffen das alleine

Dieser Anspruch ist natürlich begrüßenswert, doch verringert er den Mehrwert einer Datenstrategie. Die deutschen Medienunternehmen wären gut beraten, wenn sie einen gemeinsamen Standard und eine Infrastruktur für Datenspeicherung entwickeln würden. So wird verhindert, dass andere das Geschäft machen – wie beispielsweise Amazon oder Zalando – da sie höhere Reichweiten und mehr Datenpunkte liefern.

„Der größte Mangel herrscht nicht an Daten, sondern an Zeit. Nur wenn die großen Inhalte-Anbieter zügig handeln, können sie ihre inhaltliche und kommerzielle Relevanz erhalten“, so das Fazit von Robert Jacobi.

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