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Stefan Hopf

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Stefan Hopf auf dem All Member Summit des BRI: „Die Legislative verliert den Anschluss“

Stefan Hopf auf dem All Member Summit des BRI: „Die Legislative verliert den Anschluss“

Mitte Juni war unser Blockchain-Experte Stefan Hopf in New York beim All Member Summit des Blockchain Research Institutes. Das sowohl durch Unternehmen als auch staatlich geförderte Institut unterstützt über 70 Blockchain-Projekte unterschiedlichster Branchen und gilt als eines der führenden Think Tanks in diesem Bereich. Neben seiner Beratertätigkeit bei Nunatak ist Stefan seit Mai 2017 dort als Researcher aktiv. Dafür verfasste er das Whitepaper „Blockchain: The Emerging Platform for Manufacturing 4.0“, das er beim Summit vorstellte. Wir haben bei Stefan nachgefragt, wie es im Big Apple war:

Stefan, was sind deine wichtigsten Learnings von der Veranstaltung?

Wenn sich so viele internationale Top-Experten zu dem Thema treffen, geht’s natürlich auch immer ums große Ganze – also wie die Blockchain die Wirtschaft und Gesellschaft von morgen verändern wird. Aber eben nicht nur: Der Summit hat sich auch ganz konkret mit den praktischen Anwendungen der Technologie beschäftigt. Er machte deutlich, dass sich vor allem mit der Koppelung von angrenzenden Innovationen wie AI und IoT völlig neue Perspektiven ergeben. Doch alles hat bekanntlich auch eine Kehrseite – die Risiken dieser Entwicklung hat die Veranstaltung nicht ausgeblendet.

Welche sind das zum Beispiel?

Immer stärker zeigt sich: Die Legislative läuft der rasanten technischen Entwicklung deutlich hinterher. Die weltweite Regulierung dazu steckt noch in den Kinderschuhen, und jedes Land verfolgt teilweise völlig unterschiedliche Ansätze. Das ist fatal, weil die Blockchain eben keine Grenzen kennt. Hier muss ganz schnell etwas passieren, denn die Blockchain ist viel mehr als reine Zukunftsmusik.

Welche interessanten Leute hast Du getroffen?

Das waren sicherlich die Kanadier Don und Alex Tapscott, die in ihren zahlreichen Publikationen eindrucksvoll schildern, wie die Technologie hinter Bitcoin nicht nur das Finanzsystem, sondern die ganze Welt verändert. Doch der Summit schafft auch immer den Brückenschlag in die Praxis. Zahlreiche US-Konzerne wie FedEx oder Procter and Gamble haben hier ihre Pilotprojekte vorgestellt. Auch für weitere Blockchain Pioniere, wie zum Beispiel von IBM, SAP, Accenture und Tencent, war die Veranstaltung ein Muss. Und klar: Der fachliche Austausch und das Networking gehören natürlich dazu – bei einer so hochkarätigen Besetzung ist das immer inspirierend und bietet echten Mehrwert.

Beschreibe kurz worum es in Deinem Vortrag ging:

Das kurz zu beschreiben, ist gar nicht so einfach – schließlich geht es um ein hochkomplexes Thema: im Kern um die Anwendungsmöglichkeiten von Blockchain im Fertigungsbereich und in Lieferketten. Hierzu habe ich neue Forschungsergebnisse präsentiert und gezeigt, wie über die Technologie der unternehmensübergreifende Datenaustausch und die Automatisierung von Geschäftsprozessen verbessert werden.

Wie war die Atmosphäre? Anders als bei deutschen Events?

Wie so oft in den USA ging es auch hier deutlich lockerer zu als auf entsprechenden Veranstaltungen in Europa. Auch die Diskussionen haben sich offener und weniger dogmatisch gestaltet.

Die Entwicklung von Blockchain in den USA vs. Deutschland: Wo gibt es Unterschiede, wo gibt es Gemeinsamkeiten?

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die USA insgesamt experimentierfreudiger und schneller in der praxisnahen Anwendung sind. Eine Gemeinsamkeit sehe ich im allgemein großen Interesse am Thema Blockchain seitens der Industrie.

Gab es sonst noch etwas Besonderes?

Die Gespräche mit chinesischen und indischen Industrievertretern machten eines deutlich: Themen wie Blockchain werden dort mit einer absoluten Entschlossenheit aufgegriffen und vorangetrieben. Das Tempo müssen wir in Europa mitgehen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Danke Stefan, dass Du Deine Eindrücke mit uns geteilt hast.