Zeit zum Reden: Transatlantic Digital Debates

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Zeit zum Reden: Transatlantic Digital Debates

Conny Dörfler, beim Bayerischen Rundfunk für die kommenden zwei Jahre im Team des ARD-Vorsitzenden, spricht mit Nunatak über die Transatlantic Digital Debates, die wir 2017 unterstützt haben.

Conny, Du hast an den Transatlantic Digital Debates teilgenommen, kannst Du uns erklären, was dort debattiert wird?

Die beiden Think Tanks Global Public Policy Institute aus Berlin und New America aus Washington organisieren gemeinsam die Transatlantic Digital Debates, in denen sich jedes Jahr eine Gruppe junger Menschen zwei Wochen lang mit der Zukunft der digitalen Gesellschaft auseinandersetzt.

Welchen beruflichen Hintergrund hatte Deine Gruppe?

Wir waren neun Deutsche und neun Amerikaner aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Wir haben mit Experten und Praktikern aus verschiedenen Bereichen gesprochen, um die Herausforderungen der Digitalisierung für die transatlantischen Beziehungen zu verstehen. Dazu fanden zwei einwöchige Diskussions-Phasen in Deutschland und in den USA statt. Die Referenten, mit denen wir diskutieren durften, waren sehr interessant. Noch spannender war aber der Netzwerkeffekt mit den anderen Teilnehmern. So ist uns allen klar geworden, wie befruchtend es ist, wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und beruflichen Erfahrungen miteinander diskutieren. Das würde ich gerne auch in meinen Arbeitsalltag integrieren.

Was hat Dich während der zwei Wochen am meisten fasziniert?

Für mich waren natürlich vor allem die Themen spannend, die mir auch in meinem beruflichen Alltag begegnen. Und da waren in diesem Jahr – in Deutschland wie in den USA – Fake News ein großes Thema. Interessant für mich war zu verstehen, dass Fake News selbst eigentlich gar nicht das Problem sind – denn die lassen sich technologisch oder redaktionell „bekämpfen“. Aber das darunterliegende Problem, dass gewisse gesellschaftliche Gruppen empfänglich sind für derartige Manipulationen, hat man dadurch noch nicht gelöst. Insofern haben wir in unseren Transatlantic Digital Debates immer wieder festgestellt, dass Dinge, die wir in der digitalen Welt beobachten, oft nur ein Abbild oder ein Katalysator gesellschaftlicher Probleme sind.

In unseren Diskussionen haben wir auch gemerkt, dass Technologien menschliches Verhalten zwar nicht grundlegend verändern, aber die Erwartungen sich verändern. Durch die sozialen Medien beispielsweise haben Menschen sich an die Möglichkeit der Personalisierung und der Interaktion gewöhnt und des schnellen Feedbacks. Diese Erwartungen haben sie nun auch an politische Prozesse. Damit steht die Politik – genauso wie die Unternehmen – vor der Herausforderung, die Einbindung der „Kunden“ völlig neu zu denken.

Du warst während der Woche in den USA auch in Austin, Texas – was hat dich dort am meisten beeindruckt?

 Austin ist nicht nur eine Stadt mit vielen Start-ups, auch die Stadtverwaltung selbst möchte digital werden. Dafür gibt es in der City of Austin ein Innovationsbüro. Das Office of Innovation arbeitet dabei wie eine in-house Beratung mit Design Thinking Methoden und sucht nutzerzentriert nach Lösungen und Services, die das Leben der Bürger verbessern können.
Ausgerechnet das Team der Stadtverwaltung hat uns damit in unserer USA-Woche am meisten beeindruckt! Ich kann wirklich jedem empfehlen, sich für die Transatlantic Digital Debates zu bewerben. Nicht nur, weil ich viele Anregungen und Ideen mit in meinen Berufsalltag genommen habe, sondern auch wegen der spannenden Menschen, die man in dem Programm kennenlernt – ein Netzwerk, von dem ich sicher noch lange profitieren kann!